Teufelsschlucht bei Irrel

Die Teufelsschlucht befindet sich am Ostrand des Ferschweiler Plateaus in der Südeifel in der Nähe von Irrel.

 

Die Geschichte ihrer Entstehung geht weit in die Erdgeschichte zurück. Vor 190 Mio. Jahren hatte das Lias-Meer in der heutigen Gegend von Irrel seine Nordgrenze. An seiner Strandzone entstanden mehrere Sandschichten, aus denen im Laufe der Zeit der Luxemburger Sandstein entstand. Mit Beginn der Hebung des Rheinischen Schiefergebirges vor 20 Mio. Jahren wurden die Sandsteinablagerungen auf die heutige Höhe von 330 m gehoben. Die unter dem Sandstein liegenden Schichten aus Ton und Mergel werden leicht ausgewaschen und neigen aufgrund des Gewichts der darüberliegenden Sandsteinschicht zu Rutschungen. Am Rand des Plateaus bricht der überstehende Sandstein darum weg, es enstehen massive Felsstürze und tiefe Risse in der Sandsteinschicht. Vor 10.000 Jahren entstand so die Teufelsschlucht. Neben dieser gibt es aber noch zahlreiche weitere Spalten und enge Täler.

Der Sandstein neigt zu bizarren Erosionsformen bis zur Verkarstung. Die Verwitterung an den Sandsteinfelsen lässt zudem aufgrund der wabenförmig eingelagerten Kieselsäure ebenso geformte Löcher entstehen.

 

Durch einen der Felsstürze wurde der Fluss Prüm, der sich tief in das Ferschweiler Plateau eingegraben hat, zwischen Irrel und Prümzurlay aufgestaut. Der Felsdamm konnte den aufgestauten Wassermassen jedoch irgendwann nicht mehr standhalten, der Fluss räumte sich seinen Weg wieder frei - größtenteils, denn noch immer zeugen die Stromschnellen zwischen riesigen, bemoosten Felsen von der Vergangenheit. Diese Stromschnellen werden im Volksmund "Irreler Wasserfälle" genannt.

 

Eine Kuriosität ist das Leuchtmoos, das in den Sandsteinfelsen wächst. Mehr dazu finden Sie ganz unten.

In den Felsen der Teufelsschlucht wächst ein interessantes Moos. Folgender Text stammt von einer Infotafel, in deren Umgebung das Moos wächst:

 

"Das Leuchtmoos (Schistrotega pennata) bevorzugt als "lebendes Fossil" die dunklen Spalten der Lias-Felsen. Die Zellen des Vorkeims funktionieren wie eine Sammellinse, die das wenige Licht auffängt und zum Chlorophyll sendet. Deshalb sieht man es goldgrün aus dem Dunkel reflektieren."

 

Hier zwei Fotos, die ich von dem Leuchtmoos gemacht habe:

Aktuelles

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Foto-Austellung im Rahmen der Eitorfer Kunstpunkte am 14.10. und 15.10.2017 im Vortragsraum der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V.

Öffnungszeiten: je 11-18:00 Uhr

Adresse: Robert-Rösgen-Platz 1, 53783 Eitorf

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Eine Auswahl meiner Fotos finden Sie auch in der fotocommunity und in Panoramio (somit auch in Google Earth).


Webseite zuletzt aktualisiert am

04.10.2017